Netzwerkbüro Theologie und Berufsqualifikation
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Besuch einer Schulklasse des Pater-Rupert-Mayer-Gymnasiums

Theologie macht Schule

19.02.2019

Wenn die Semesterferien begonnen haben, verschlägt es kaum noch Studierende an einem Dienstagmorgen in die Seminarräume des Theologicums. Eine Gelegenheit für zehn Schülerinnen und Schüler der Q11 des Pater-Rupert-Mayer-Gymnasiums aus Pullach, sich an der Katholisch-Theologischen Fakultät umzusehen. Zunächst führte Cedric Büchner die Oberstufenschüler durch das Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Unversität.

Im Anschluss daran gab es einen kurzen Vortrag von Dipl.-Theol. Jan Propach mit anschließender Diskussionsrunde zum Thema „Gottesbeweise“, mit denen die Schüler_innen sich bereits im Religionsunterricht beschäftigt hatten.

Neben dem ontologischen Gottesbeweis nach Anselm von Canterbury und Thomas von Aquins ersten unbewegten Beweger interessierten sich die Schüler_innen auch dafür, was Theologiestudent_innen denn zu ihrem Studium bewegt. Bei Jan Propach zum Beispiel war das zunächst der Wunsch, Priester zu werden und danach die sprichwörtliche Liebe zur Weisheit – die Philosophie. Inwiefern die im Studium behandelt wird und wie das Theologiestudium an der LMU aufgebaut ist, erklärte dann Cedric Büchner: „So wie man für den Urlaub in Spanien Spanisch lernt, lernt man fürs Theologiestudium Latein, Griechisch und Hebräisch.“

Neben Fragen zum Studium erkundigten sich die Schüler_innen auch nach dem Studentenleben: Wie ist der Prüfungsdruck? Was zeichnet das Leben in Wohngemeinschaften aus? Auch die Frage, ob das Theologie-Studium den persönlichen Glauben verändere, wurde diskutiert. Einen ersten Schritt ins Studentenleben unternahm die Gruppe im Anschluss gemeinsam und aß miteinander in der Mensa zu Mittag.

Als letzte Station der Uni-Tour stand die Besichtigung der Fachbibliothek Theologie und Philosphie auf dem Plan. Auf fünf Stockwerken verteilen sich hier etwa 310.000 theologische und philosophische Bücher. Über 150 Arbeitsplätze stehen Studierenden, aber auch Schüler_innen zum Lernen zur Verfügung. Besonders die Besichtigung des Altbestandes der Bibliothek stieß auf großes Interesse.

Auch wenn die Theologie nicht für jede_n das Wunschstudienfach ist, konnten alle etwas von diesem Tag mitnehmen.

HELENA ENTENMANN (16)
„Ich dachte nicht, dass man heute bei dieser Veranstaltung so viele allgemeine Infos wie zum Beispiel zur Studienfinanzierung bekommt. Das war sehr interessant. In welchen Fächern ich Abitur mache, habe ich noch nicht entschieden, aber Religion habe ich mir schon überlegt. Mein W-Seminar habe ich in Englisch. Langfristig würde ich gern klinische Psychologie studieren.“

ANNIKA BESSER (17)
"Meine Denkweise ist schon sehr naturwissenschaftlich. Für mich war Theologie immer etwas unmodernes, aber heute hatte ich das Gefühl, dass es doch auch viele Möglichkeiten im echten Leben damit gibt. Bei mir in der Familie wird nicht viel über Religion gesprochen, aber ich bin trotzdem noch offen für ein persönliches Aha-Erlebnis.“

FlorianZeißFLORIAN ZEIß (17)
„Ich habe als W-Seminarfach Biologie ausgesucht. Mein Vater ist Arzt, meine Mutter Religionslehrerin. Da habe ich gelernt Naturwissenschaft und Religion gleichermaßen anzunehmen und auch, dass die beiden sich nicht gegenseitig ausschließen.“


SEBASTIAN SCHMIDT (LEHRER, 34)
„Schule und Universität divergieren extrem. Da wollte ich meinen Schülern zeigen, was alles möglich ist und sie für das Studium sensibilisieren. Mir selbst hätte das nach dem Abitur sehr geholfen, da hing ich nämlich ziemlich in der Luft.“