Netzwerkbüro Theologie und Berufsqualifikation
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Alumni-Portrait: Johanna Bär - Geschäftsführerin

Name Johanna Bär
Geburtsjahr 1991
Familienstand/Kinder verheiratet
Studium
(Studiengang/-gänge
sowie Studienort/-orte)
Magister Kath. Theologie
Lehramt (modul.) Gymnasium Deutsch / Kath. Religionslehre
Environmental Sciences
Abschlussjahr 2017
Berufliche Stationen Projektmanagement Schweisfurth Stiftung
Derzeitige Tätigkeit Geschäftsführerin Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft

baerWelche ist die angenehmste Erinnerung an Ihr Theologie-Studium?

Mein Hilfskraft-Job am Lehrstuhl für Christliche Sozialethik (und Umweltethik)
Einige spannende Vorlesungen gemeinsam mit netten Kommilitonen
bei anspruchsvollen Prüfungen ausführliche Essays zu schreiben.

Was würden Sie im Blick auf Ihre Studienzeit heute anders machen?

Das Studentenleben mehr genießen und die Semesterferien für lange Reisen nutzen
nur in ausgewählte Vorlesungen gehen und diese dann mit Fachliteratur vertiefen
VOR dem eigentlichen Studium ein Semester lang alle möglichen Studienfächer besuchen und mich erst dann für ein Fach entscheiden wahrscheinlich würde ich in eine kleinere Stadt gehen zum Studieren und Leben.

Was würden Sie im Blick auf Ihre Studienzeit heute wieder so machen?

Meinen Hilfskraftjob würde ich auf jeden Fall wieder machen ebenso die Zusatzqualifikation Environmental Sciences.

Wie ging Ihr beruflicher Weg nach dem Studium weiter?

Nach einem harten halben Jahr auf Arbeitssuche war meine Initiativbewerbung bei der Schweisfurth Stiftung in München erfolgreich. Dort habe ich zwei Jahre lang als Projektmanagerin ein Bündnis aus Bio-Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Institutionen betreut. Als das Projekt ein eigenständiger Verein wurde (Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft), haben mich die Vorstände gefragt, ob ich die Geschäftsführung übernehmen würde. Da bin ich nun.

Wie sieht heute Ihr Arbeitsalltag aus? Was sind Ihre wesentlichen Aufgaben?

Als Geschäftsführerin eines gemeinnützigen Vereins mit über 50 Bio-Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Organisationen habe ich vielfältige Aufgaben, die von der Vereinsverwaltung (Mitgliederbetreuung, finanzielles Controling, Mitgliederversammlung) über die Organisation unserer Öffentlichkeitsarbeit (Campaigning mit Agenturen, Vorstandssitzungen, Kooperationen mit anderen Vereinen, Management von Presseanfragen) bis zur Koordination unserer Citizen-Science-Forschungsprojekte reichen.

Typische Aufgaben sind Unmengen E-Mails zu schreiben, einen Haushaltsplan aufzustellen und zu überwachen, meine Mitarbeiter/Praktikanten zu koordinieren, eine rege Kommunikation mit unseren Vorständen, Spendenquittungen unterzeichnen, Recherchen zu Pestizid-Themen und Bio-Branche usw.

Welche drei Eigenschaften muss man mitbringen, wenn man Ihren Job ausfüllen will?

1. Schnelle Auffassungsgabe für alle möglichen Themen
2. Lernbereitschaft
3. Empathie für eine andere Branche

Welche Zukunft sehen Sie für Theologinnen und Theologen in Ihrem Bereich?

In der Umweltschutz-Branche ist sicherlich Platz für TheologInnen - allerdings nur, wenn sie wirklich für das Thema brennen und gerne in einem Arbeitsumfeld tätig sein wollen, das nur sehr wenig mit ihrem Studium zu tun hat. Wer sich für das Thema interessiert und lernbereit ist, kann sich kaum eine nettere Branche mit vielfältigeren Themen vorstellen!

Eine wichtige Erfahrung, die Sie in der Arbeitswelt gemacht haben, ist:

Es ist schwierig, wenn man fachfremd in eine Branche einsteigen möchte. Aber wenn man mal drin ist, findet man seinen weiteren Weg wie von selbst.

Wie nützt Ihnen Ihr Studium heute? Wie hat die Theologie Ihr Leben bereichert?

Mein theologisches Studium nützt mir, weil ich gelernt habe, Sachverhalte immer von den verschiedensten Positionen aus zu betrachten. Die Auseinandersetzung gerade mit konservativen kirchlichen Themen und Personen hat mich darin gestärkt, meine eigene Position argumentativ stark und mit Nachdruck zu vertreten.
Ohne die Theologie wäre ich möglicherweise nicht zur Umweltethik und zum Umweltschutz gekommen. Dafür bin ich sehr dankbar, denn ich habe endlich das gefunden, was mich zutiefst interessiert und mir Sinn gibt.

Was möchten Sie jungen Theologinnen und Theologen mit auf den Weg geben?

Nehmt euch die Freiheit, zu eurer Meinung zu stehen, wenn sie gut reflektiert ist.

Was ist die drängendste theologische Frage unserer Zeit?

Die drängendste theologische Frage unserer Zeit ist, ob die Institution Kirche es schafft, die Bedürfnisse der Menschen heute zu erkennen und sich für diese einzusetzen (z.B. in allen Fragen der Gleichberechtigung, der Sexualität, der Demokratie, des Umweltschutzes - innerhalb der Kirche und in Bezug auf ihre Gläubigen).

Was darf auf keiner Reise fehlen?

Eine liebe Begleitung.

Bei welcher Musik machen Sie das Radio lauter?

Patrick Michael Kelly, Ed Sheeran, Johnny Cash und viele Klassiker.

Sie nehmen vier Bücher auf die sprichwörtliche einsame Insel mit. Welche wären das?

Buchtitel: 1000 places you have to see before you die Die Geschichte des Wassers Sammelband Die Tage, die ich mit Gott verbrachte
Autor: Patricia Schultz Maja Lunde Erich Kästner Axel Hacke

 

Sie sind auch Alumna oder Alumnus unserer Fakultät und möchten ein Alumni-Portrait ausfüllen? Melden Sie sich gerne bei uns: netzwerkbuero@kaththeol.uni-muenchen.de