Netzwerkbüro Theologie und Berufsqualifikation
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Alumni-Portrait: Dr. Gunther Bös - Geschäftsführer für Personal und Organisation

Name Dr. Gunther Bös
Geburtsjahr 1963
Familienstand/Kinder Verheiratet, eine Tochter
Studium
(Studiengang/-gänge
sowie Studienort/-orte)

Klassische Philologie (Staatsexamen), Katholische Theologie (Staatsexemen und Promotion), München/Rom

Abschlussjahr 1991
Berufliche Stationen Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft:
Assistent der Geschäftsführung, Geschäftsführer Bildungspolitik
AUDI AG:
Verschiedene Führungsfunktionen in Stabstätigkeit, Projektleitung und operativem Personalmanagement
Derzeitige Tätigkeit Autonomous Driving GmbH:Geschäftsführer für Personal und Organisation

boesWelche ist die angenehmste Erinnerung an Ihr Theologie-Studium?

Die Freiheit, neben den Lehrveranstaltungen eigene Fragen mit Hochschullehrern und Gleichgesinnten zu diskutieren.
Die selbstorganisierten Diskussionsrunden, zu denen wir unsere Professoren auf eine Flasche Rotwein nach Hause eingeladen haben, z.B. zum Thema "Die Zeit: Zyklisches Verständnis in der antiken Philosophie versus jüdisch-christlichem linearen Verständnis".
Dachterassengespräch in Rom, zum Beispiel zum Thema "Die Kirche als Wirtschaftsunternehmen?"

Was würden Sie im Blick auf Ihre Studienzeit heute anders machen?

Ein halbes Jahr in Jerusalem verbringen.
Nicht nebenbei noch ein Wirtschaftstudium beginnen.
Mich noch mehr mit den spirituellen Fragen beschäftigen neben den intellektuellen Auseinandersetzungen.

Was würden Sie im Blick auf Ihre Studienzeit heute wieder so machen?

Eine Fächerkombination wählen, die mich breit aufstellte, in meinem Fall Sprachen (philologische Genauigkeit und objektive Regeln) und Theologie (auch spekulative und visionäre Ansätze).
Ein Jahr im Ausland studieren.
Neugierig über den Tellerrand meiner Disziplinen hinausschauen.

Wie ging Ihr beruflicher Weg nach dem Studium weiter?

Einstieg über einen Job als Aushilfsfahrer; erst als Assistent bei einem Arbeitgeberverband, dann in einem Wirtschaftsunternehmen.

Wie sieht heute Ihr Arbeitsalltag aus? Was sind Ihre wesentlichen Aufgaben?

- Führen von Menschen, d.h. ihnen helfen sich mit ihren Potentialen zu entfalten, sie zu coachen, ihnen gute Rahmenbedingungen zu geben und sie so zu Höchstleistungen zu motivieren.
- Leadership und Management: (HR-)Strategien für das Unternehmen entwickeln und umsetzen.
- Zu einer menschlichen Kultur in einem leistungsorientiertem Umfeld beitragen.

Welche drei Eigenschaften muss man mitbringen, wenn man Ihren Job ausfüllen will?

1. Freude daran haben, andere Menschen in ihrer Entwicklung zu fördern.
2. Strategisches und systemisches Denken.
3. Bereitschaft, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und als Persönlichkeit zu entwickeln.

Welche Zukunft sehen Sie für Theologinnen und Theologen in Ihrem Bereich?

Theologinnen und Theologen können aufgrund ihrer interdisziplinären Ausbildung gut im Personalbereich von Unternehmen eingesetzt werden. Die Wirtschaft braucht Menschen, die kritisch reflektieren und auf Basis eines christlichen Menschen- und Gottesbildes Werte vorleben.

Eine wichtige Erfahrung, die Sie in der Arbeitswelt gemacht haben, ist:

Es braucht oft Mut gegen den Strom zu schwimmen und dem kurzfristigen Nutzendenken eine "eschatologische" Sicht entgegenzusetzen.

Wie nützt Ihnen Ihr Studium heute? Wie hat die Theologie Ihr Leben bereichert?

Der Dialog mit Philosophen und Theologen über die Jahrhunderte hinweg ist ein Schatz, von dem ich immer noch zehre. Die richtigen Fragen zu stellen, die für das Leben wichtig sind. Die Vielfalt der Ausbildung: Texte gründlich verstehen und interpretieren, historische Zusammenhänge erkennen, dialektischer Austausch von Argumenten. In (philosophischen) Systemen denken. Teil einer großen Gemeinschaft von Fragenden und Suchenden zu sein.

Was möchten Sie jungen Theologinnen und Theologen mit auf den Weg geben?

Offen sein, die eigenen Vorstellungen und Glaubenssätze immer wieder neu auf den Prüfstand stellen zu lassen, ohne das Vertrauen in eine Gottespräsenz zu verlieren. Theologie nicht als Selbstzweck oder nur als intellektuelle Herausforderung verstehen, sondern als Basis für den Dienst an dem Menschen.

Was ist die drängendste theologische Frage unserer Zeit?

Wie kann vor dem Hintergrund der naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und 2000 Jahre alten Bildern heute über "Gott" und "Jesus Christus" gesprochen werden? Die Theologie muss eine neue "Bibelübersetzung" leisten.

Was darf auf keiner Reise fehlen?

Liebe Menschen, Natur und Kultur.

Bei welcher Musik machen Sie das Radio lauter?

Pink Floyd, The Wall; Bob Dylan, Knockin' On Heaven's Door; Beethovens 9. Symphonie; Andrea Bocelli, Con Te Partiro

Sie nehmen vier Bücher auf die sprichwörtliche einsame Insel mit. Welche wären das?

Buchtitel: Das Glasperlenspiel Die Bibel Christus Trilogie Die Gebrüder Karamasow
Autor: Hermann Hesse Hl. Geist und Coautoren Patrick Roth Dostojewski

 

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