Netzwerkbüro Theologie und Berufsqualifikation
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Alumni-Portrait: Ursula Diewald - Referentin für Gemeindecaritas

Name Diewald Rodriguez, Ursula
Geburtsjahr 1978
Familienstand/Kinder verheiratet, 2 Kinder
Studium
(Studiengang/-gänge
sowie Studienort/-orte)

Diplomtheologie LMU
Magister Philosophie HfPh

Abschlussjahr 2004 (M.A.) / 2005 (Dipl.Theol)
Berufliche Stationen 2004-2006: Online Marketing (Werkstudentin)
11/2005 - 12/2006: Volontariat beim Langenscheidt Verlag (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)
10/2007 - 09/2017: Wiss. Mitarbeiterin Lehrstuhl für Fundamentaltheologie, LMU
2003-2017: Freiberufliche Übersetzungstätigkeit / Lektorat
Derzeitige Tätigkeit Referentin für Gemeindecaritas, Caritas-Zentrum Fürstenfeldbruck

diewaldWelche ist die angenehmste Erinnerung an Ihr Theologie-Studium?

- die hochschulpolitische Tätigkeit
- die Seminare
- die ausufernden Mensagespräche
- zwei herausragende Venedig-Fahrten mit Dr. Christoph Kürzeder (damals Wiss. Mitarbeiter am Lehrstuhl für Pastoraltheologie bei Prof.Ludwig Mödl)

Was würden Sie im Blick auf Ihre Studienzeit heute anders machen?

- Ich würde ins Ausland gehen, zumindest an eine andere deutschsprachige Fakultät.
- Ich würde mir im Hauptstudium ein Praxisfeld aussuchen und dort Erfahrungen sammeln (nicht unbedingt kirchl. Praxis)
- Evtl. würde ich als Zweitstudium ein Fach mit einem eindeutigeren Berufsfeld aussuchen.
- Ich würde jemanden suchen, der mich darin coacht, effizienter zu schreiben

Was würden Sie im Blick auf Ihre Studienzeit heute wieder so machen?

- Ich würde die Möglichkeiten nutzen, auch in anderen Fakultäten herum zu stöbern.
- Ich würde mir Zeit lassen, viel zu lesen.
- Ich würde wieder möglichst viele Seminare besuchen
- Ich würde auf alle Fälle wieder ein Zweitstudium machen

Wie ging Ihr beruflicher Weg nach dem Studium weiter?

Nach dem Abschluss trat ich ein 14-monatiges Volontariat in Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in einem Fremdsprachenverlag an. Danach begann ich ein Promotionsstudium in der Fundamentaltheologie. Auf meine Anschlussstelle als Wissenschaftliche Mitarbeiterin musste ich wider Erwarten längere Zeit warten. Ich verdiente in der Zeit Geld als wiss. Hilfskraft für das Mentoring Programm der Fakultät. Ich war 6 Jahre wiss. Mitarbeiterin, bis zur Geburt meiner ersten Tochter. Ich beendete meine Elternzeit vorzeitig um meine jetzige Stelle am Caritas-Zentrum in FFB anzutreten. Die Dissertation ist bis heute leider nicht fertig gestellt.

Wie sieht heute Ihr Arbeitsalltag aus? Was sind Ihre wesentlichen Aufgaben?

- Ehrenamtskoordination: Ehrenamtliche gewinnen, clearing, vermitteln, begleiten, fortbilden
- Ich arbeite eng mit den Pfarreien zusammen: Ansprechperson in Fragen der Caritassammlung; Organisieren von Ansprachen an Caritas-Sonntagen in den Pfarrgemeinden und von Aktionen mit Firmlingen. Beratung der Caritas-Verantwortlichen und Pfarrsekretärinnen; Fortbildungen für Besuchsdienste; Feierlichkeiten und Auszeichnung von Ehrenamtlichen begleiten; mit den Pfarrgemeinden spezifische Ideen für soziale Arbeit entwickeln; repräsentative Aufgaben
- Als Referentin für Gemeindecaritas bin ich offiziell eine Stabstelle der Kreisgeschäftsführung. Gleichzeitig fungiere ich de facto als Leitung meines Fachbereichs und bin im Leitungsteam des Zentrums. Unter anderem diene ich da als Brücke zwischen Caritas-Zentrum und Pfarrgemeinden. Ich berate die Kreisgeschäftsführerin in kirchlichen Fragen und hinsichtlich des Sozialraums.
- Ich bereite begleitend zum Kirchenjahr spirituelle Angebote vor, organisiere Andachten, etc.
- Ich bin nebenbei in die Öffentlichkeitsarbeit und auch in Fragen des Fundraising etc. involviert.

Welche drei Eigenschaften muss man mitbringen, wenn man Ihren Job ausfüllen will?

1. Kenntnisse von kirchlichen Strukturen und Nähe zu kirchlichem Leben; von Vorteil: Erfahrungen mit Pfarrkulturen.
2. Praxisnähe und Kenntnisse im sozialen Bereich; Freude am Umgang mit Erwachsenen aller Altersgruppen; keine Berührungsängste mit psychisch erkrankten Menschen
3. Kreativität und Flexibilität

Welche Zukunft sehen Sie für Theologinnen und Theologen in Ihrem Bereich?

So wie ich ihn verstehe, sieht der Pastoralplan für unsere Diözöse eine stärkere Vermischung von pastoralen und karitativen Kompetenzräumen vor. Es geht der Kirche zunehmend um eine sozialraumorientierte Pastoral. Die Gemeindecaritas ist so eine Fachstelle für Sozialraumorientierung. Ich sehe also SozPäds in der Kirche, aber auch Theolog/innen bei der Caritas. Manche Ausschreibungen lassen jetzt schon explizit Bewerbungen von z.B. Religionspädagogen/innen zu, sofern auch Erfahrungen im Bereich der Sozialen Arbeit vorliegen.

Eine wichtige Erfahrung, die Sie in der Arbeitswelt gemacht haben, ist:

- Dinge nicht zu kompliziert machen.
- Die meisten Menschen haben Interesse an theologischen und philosophischen Themen
- Menschen verzeihen einem viel Unkenntnis oder Fehler, wenn sie einen grundsätzlich als zuverlässig, motiviert und geerdet wahrnehmen.

Wie nützt Ihnen Ihr Studium heute? Wie hat die Theologie Ihr Leben bereichert?

- Ich kann auf ein relativ breites Grundwissen zurückgreifen.
- Durch beide Studien (Theologie/Philosophie) habe ich die Kompetenz entwickelt, von einer Metaebene auf Dinge schauen zu können. Das ist oftmals mein spezifischer Beitrag zu einem Arbeitsprozess. (Stichwort: Abstraktions- und Analysekompetenz) - Das Studium lehrte mich eine gute sprachliche Ausdrucksweise.
- Ich glaube, dass es mich toleranter und klüger gemacht hat, den Alltag mit gläubigen Menschen verschiedener kirchenpolitischer Richtung und auch religiöser Gruppen geteilt und mit ihnen Argumente getauscht zu haben.
- Ich treffe überall auf ehemalige Kommilliton/-innen. Es gibt immer einen, den man kennt
- so bin ich nie ganz fremd!

Was möchten Sie jungen Theologinnen und Theologen mit auf den Weg geben?

- Seid alles, nur nicht brav!
- Gönnt Euch während des Studiums akademische (und auch sonstige) Momente, die nicht auf ein bestimmtes berufliche Ziel schauen.
- Wenn man viel liest, dann schreibt man auch besser.
- Ich empfehle, im Leben immer Platz zu lassen für Menschen und Tätigkeiten die mit Kirche nichts am Hut haben.

Was ist die drängendste theologische Frage unserer Zeit?

Welche theologischen Paradigmen müssen wir ändern, damit sich Missbrauch durch Kirche nicht mehr wiederholen kann und wir wieder glaubwürdig werden? Auch in einer weitgehend kirchenfernen Kultur haben die Menschen "letzte Fragen": Wie kann das Christentum ein Selbstverständnis entwickeln, das sie dazu befähigt, grundsätzlich für alle Menschen sinnstiftend zu wirken? Zusammenfassend: Wie können wir für unsere Gesellschaft wieder zur Frohbotschaft werden?

Was darf auf keiner Reise fehlen?

Fotoapparat, Allzweckschal, internetfähiges Gerät zur Recherche, Geld und Schutzengel

Bei welcher Musik machen Sie das Radio lauter?

60er & 70er & 80er
Tanzfilm-Klassiker Songs, die die Stimmung heben, z.B: Katrina & the Waves "I'm walking on Sunshine"
The Eagles
Black Eyed Peas

Sie nehmen vier Bücher auf die sprichwörtliche einsame Insel mit. Welche wären das?

Buchtitel: Jane Eyre Bridget Jones, Vol. II Cannery Row Die Brüder Karamasov
Autor: Charlotte Brontë Helen Fielding John Steinbeck F. M. Dostojewski

 

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