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Alumni-Portrait: Dr. Robert Mucha - Programmbereichsleiter

Name Dr. Robert Mucha
Geburtsjahr 1987
Familienstand/Kinder verheiratet, keine Kinder
Studium
(Studiengang/-gänge
sowie Studienort/-orte)
Diplom Katholische Theologie
in Paderborn (2005-2007) / Jerusalem (2007/08) / München (2008-2010)

Promotion Theologie in München (2010-2014)

Abschlussjahr 2010 (Diplom) / 2014 (Promotion)
Berufliche Stationen nach der Promotion Referent der Geschäftsführung der Münchner Volkshochschule
Derzeitige Tätigkeit Programmbereichsleiter Mensch-Gesellschaft-Politik und Fachgebietsleiter Religion und Philosophie an der Münchner Volkshochschule

muchaWelche ist die angenehmste Erinnerung an Ihr Theologie-Studium?

Da gibt es viele! Abgesehen vom guten Gefühl, wenn man das Studium geschafft hat, waren es vor allem die vielen tollen Stunden mit meiner Lerngruppe und Studienfreunden, die mir immer in bester Erinnerung sind und bleiben werden. Das gemeinsame Diskutieren über Gott und Mensch war prägend!

Was würden Sie im Blick auf Ihre Studienzeit heute anders machen?

Eigentlich gar nichts... auch die Studienorte waren mit Paderborn, Jerusalem und München im Nachhinein betrachtet wirklich optimal. Ich würde mir vielleicht weniger Sorgen über das "Danach" machen, wenn ich damals schon gewusst hätte, wie viele tolle Arbeitsmöglichkeiten es für Theologinnen und Theologen gibt.

Was würden Sie im Blick auf Ihre Studienzeit heute wieder so machen?

Ich würde auf jeden Fall wieder den guten Mix aus intensivem Studium, studentischer Freiheit und Freizeit (das braucht es) und ehrenamtlicher oder sonstiger weiterführender Beschäftigung außerhalb der Uni zu leben versuchen. Im Fach in die Tiefe zu wachsen reicht allein nicht aus - man muss auch den Menschen, der man ist, bilden.

Wie ging Ihr beruflicher Weg nach dem Studium weiter?

Nach der Promotion habe ich gleich eine Stelle als Referent in der Programmdirektion der Münchner Volkshochschule antreten können. Zugute kam mir dabei, dass ich schon zuvor Erfahrungen in der Erwachsenenbildung als Dozent sammeln konnte. Das kann ich nur empfehlen: man gibt sein Wissen weiter, hat Spaß daran, sammelt Erfahrungen und erhält auch noch ein kleines Honorar dafür. Eine perfekte Möglichkeit sich auszuprobieren.

Wie sieht heute Ihr Arbeitsalltag aus? Was sind Ihre wesentlichen Aufgaben?

Heute bin ich Leiter einer Abteilung an der Münchner Volkshochschule, die so groß ist, wie eine oder zwei ganze Volkshochschulen in anderen Städten. Das bedeutet: personelle Führung, perspektivische Entwicklungsfragen klären und viel Organisation. Daneben plane ich auch das Programm für Religion und Philosophie mit rund 400 Veranstaltungen im Jahr. Da spreche ich viel mit Dozierenden über mögliche Themen, hospitiere Veranstaltungen, spreche mit Teilnehmenden und gebe ab und an noch selbst Kurse. Also ein sehr vielfältiger Beruf, den ich gut und gerne als Traumjob bezeichne.

Welche drei Eigenschaften muss man mitbringen, wenn man Ihren Job ausfüllen will?

1. Empathie und Einfühlungsvermögen, Zuhören können und Lösungswege eruieren
2. Inhaltliche und konzeptionelle Kreativität und Gestaltungswillen
3. gute Selbstorganisation und Prioritätensetzung

Welche Zukunft sehen Sie für Theologinnen und Theologen in Ihrem Bereich?

Immer wieder bekomme ich mit, dass Theologinnen und Theologen in Bildungseinrichtungen unterschiedlicher Trägerschaft (kirchlich, staatlich, kommunal) ihren Weg gehen. Die Arbeitsgebiete sind ganz unterschiedlich: ob in Programmplanung, Verwaltung, Personalabteilung oder Projektarbeit - überall gibt es spannende Stellen, auf die ggf. auch die persönlichen Biografien von Theologinnen und Theologen gut passen. Von daher sehe ich gute Chancen!

Eine wichtige Erfahrung, die Sie in der Arbeitswelt gemacht haben, ist:

...dass das fachliche Wissen, das man im Studium erwirbt, ein wichtiger Background ist, aber im Alltagsgeschäft andere Faktoren zählen. Hier kommt es vor allem auf "softskills" an: Wie geht ich mit Konflikten um? Wie organisiere und priorisiere ich meine Aufgaben? Diese und viele weitere Punkte machen 70-80 % aus - die fachliche Kompetenz ist wichtig, aber macht noch keinen guten Erwachsenenbildner.

Wie nützt Ihnen Ihr Studium heute? Wie hat die Theologie Ihr Leben bereichert?

Bis heute profitiere ich quasi täglich vom Theologiestudium: Die Art und Weise mit Problemstellungen unterschiedlichster Couleur umzugehen, die Abstraktionskompetenz und nicht zuletzt die als Theologe unbedingt erforderliche Gelassenheit habe ich im Studium gelernt und wende diese in verschiedenen Arbeitssituationen heute an. Inhaltlich war und ist die Theologie für mich eine der zentralen und ehrwürdigsten Disziplinen, mit denen sich der Mensch als denkendes Kulturwesen auseinandersetzen sollte. Ich bin dankbar, dass ich die Möglichkeit hatte, dieses Fach zu studieren.

Was möchten Sie jungen Theologinnen und Theologen mit auf den Weg geben?

Es klingt vielleicht für einige zu optimistisch, aber: Macht euch keine Sorgen! Wer für sein Fach brennt und sich intensiv mit Gott und den Menschen im Theologiestudium auseinandersetzt, zieht meist nicht nur persönlich viel daraus, sondern kann dies auch später in einem beruflichen Kontext gut anwenden. Wichtig wäre tatsächlich nur, je nach Neigung und Talent, zusätzlich zum Fachlichen immer auch in mögliche zukünftige Arbeitsfelder während des Studiums reinzuschnuppern oder Praktika zu machen.

Was ist die drängendste theologische Frage unserer Zeit?

Vermutlich die Frage, wie wir christliche Identität in religiös pluralen und säkularen Zusammenhängen re-definieren. Deutschland ist ein religiös vielfältiges Land und das Christentum muss im Kontext anderer Religionen, sowie in säkularen Kontexten klar sagen können, wofür es steht und warum es bis heute attraktiv ist. Kulturchristentum war gestern - wir müssen den Menschen ein Christentum anbieten, das auch inhaltlich gefüllt ein "Licht der Welt" (vgl. Mt 5,14) ist.

Was darf auf keiner Reise fehlen?

Die Musikstreaming-App auf dem Handy: Jeder Urlaub will mit einem neuen Soundtrack begleitet werden!

Bei welcher Musik machen Sie das Radio lauter?

Mein Musikgeschmack ist furchtbar wahllos: von Klassik bis 90ies-Trash ist alles dabei. Aber lauter dreh ich das Radio dann meist bei letzterem ;)

Sie nehmen vier Bücher auf die sprichwörtliche einsame Insel mit. Welche wären das?

Buchtitel: Gesamtwerk Die Gesellschaft der Singularitäten Die Vereindeutigung der Welt: Über den Verlust von Mehrdeutigkeit und Vielfalt und natürlich die Bibel ;)
Autor: Seneca Andreas Reckwitz Thomas Bauer Mensch und Gott

 

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