Netzwerkbüro Theologie und Berufsqualifikation
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Alumni-Portrait: Dr. Markus Roth - Geschäftsführer

Name Dr. Markus Roth
Geburtsjahr 1981
Familienstand/Kinder verheiratet, keine Kinder
Studium
(Studiengang/-gänge
sowie Studienort/-orte)
Katholische Theologie in München und Freiburg (Diplom)
Promotion im Fach Liturgiewissenschaft in München
Abschlussjahr 2006 (Diplom) / 2011 (Promotion)
Berufliche Stationen Lehrer am Isar-Gymnasium in München, Wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft an der LMU, Projektassistent bei der Erzdiözese München und Freising, Theologischer Referent und Stv. Geschäftsführer beim Münchner Bildungswerk e.V.
Derzeitige Tätigkeit Geschäftsführer Bildungswerk Rosenheim e.V.

rothWelche ist die angenehmste Erinnerung an Ihr Theologie-Studium?

Ich hatte das große Glück, mit sehr guten Studienkolleg_innen und Freunden studieren zu können. Dadurch konnten wir viel und intensiv unseren Glauben und über unser erworbenes Wissen diskutieren. Dabei gab es nicht immer nur die eine Meinung, sondern wir haben aus den Unterschieden heraus von und miteinander gelernt. Durch die kleinen Gruppen in den Seminaren wurde dies noch unterstützt. Insgesamt was das persönliche Miteinander von Professor*innen und Student_innen das Besondere am Theologie-Studium.

Was würden Sie im Blick auf Ihre Studienzeit heute anders machen?

Ich denke, dass es in der heutigen Zeit wichtig ist, den Blick über das reine Studium hinaus zu weiten, z.B. durch Praktika, Auslandserfahrungen, Vorlesungen in anderen Studienfächern oder Zusatzqualifikationen.

Was würden Sie im Blick auf Ihre Studienzeit heute wieder so machen?

Auf alle Fälle würde ich zum Studium wieder nach München gehen und im Herzoglichen Georgianum wohnen. Die Möglichkeit, sich in der dortigen Wohngemeinschaft mit Studienfreunden über Lebens- und Glaubensfragen auszutauschen und in der geistlichen Begleitung zu wachsen, hat mich bis heute geprägt

Wie ging Ihr beruflicher Weg nach dem Studium weiter?

Nach dem Studium habe ich mich recht schnell entschieden, eine Promotion in München anzuschließen. Um dies finanziell zu realisieren, war ich ein Jahr als Religionslehrer am Isar-Gymnasium in München tätig. Für die weiteren Jahre der Promotion hatte ich das Glück, ein Stipendium der Hanns-Seidel-Stiftung zu erhalten. Berufliche Erfahrung sammelte ich in dieser Zeit als Wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft und als Projektassistent "Dem Glauben Zukunft geben" im Erzbischöflichen Ordinariat.
Seit gut 9 Jahren bin ich in der Erwachsenenbildung tätig. Zuerst 5 Jahre beim Münchner Bildungswerk als Theologischer Referent, davon das letzte Jahr auch in der Geschäftsführung und seit April 2016 als Geschäftsführer im Bildungswerk Rosenheim.

Wie sieht heute Ihr Arbeitsalltag aus? Was sind Ihre wesentlichen Aufgaben?

Als Geschäftsführer des Bildungswerk Rosenheim bin ich letztverantwortlich für die Erwachsenenbildung in Stadt und Landkreis Rosenheim.
Wesentliche Aufgaben sind die Personalführung, die Erhaltung der Wirtschaftlichkeit der Einrichtung, Netzwerkarbeit und Verhandlungen um Zuschüsse.
Zudem versuche ich mit meinen Mitarbeiter_innen interessante und spannende Bildungsangebote zu entwickeln und anzubieten. Dabei achten wir darauf, aktuelle gesellschaftliche, politische und kirchliche Themen aufzugreifen. Daneben sind auch Familienbildung, Persönlichkeitsentwicklung und kreative Angebote verschiedene Schwerpunkte.
Insgesamt ist der Arbeitsalltag sehr abwechslungsreich, von der Konzeptionierung der Bildungsangebote über die Personal- und Haushaltsverantwortung bis hin zur Zusammenarbeit mit verschiedenen Gremien und Einrichtungen in Politik, Gesellschaft, Bildung und Kirchen.

Welche drei Eigenschaften muss man mitbringen, wenn man Ihren Job ausfüllen will?

1. Gelassenheit
2. kreatives Denken
3. Gefühl für die Interessen und Bedürfnisse der Menschen

Welche Zukunft sehen Sie für Theologinnen und Theologen in Ihrem Bereich?

Nachdem die Bildung einen wichtigen Teil unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts darstellt und hierfür unabdingbar ist, glaube ich, dass Theolog_innen im Bereich der Erwachsenenbildung wichtig sind. Durch die verschiedenen theologischen Disziplinen erfahren wir eine Bandbreite, die es uns Theolog_innen ermöglicht, auf viele unterschiedliche und aktuelle Fragen der Gesellschaft, z.B. Organspende, Schöpfungsverantwortung, Rentensystem, … ethische Antworten zu geben. Durch entsprechende Bildungsangebote können Theolog_innen in den gesellschaftlichen Diskurs hinein wirken.

Eine wichtige Erfahrung, die Sie in der Arbeitswelt gemacht haben, ist:

Mein beruflicher Alltag als Theologe ist sehr vielseitig und abwechslungsreich von der Personalführung (z.B. Mitarbeitergespräche) bis hin zur Bildungsarbeit (z.B. Moderation von Podien). Dabei ist auffällig, dass ich bei all den unterschiedlichen Aufgaben in meiner Funktion als Geschäftsführer und Theologe als Kirche wahrgenommen werde und so Position beziehen kann und muss. Dabei denke ich z.B. an den Umgang mit der AfD.

Wie nützt Ihnen Ihr Studium heute? Wie hat die Theologie Ihr Leben bereichert?

Auf den ersten Blick scheint das Studium wenig hilfreich, wenn ich mich z.B. mit Fragen der Zusatzversicherung von Mitarbeiter_innen oder ministerialen Vorschriften zum Bayerischen Erwachsenenbildungsförderungsgesetz beschäftigen muss.
Auf den zweiten Blick hilft mir aber das Studium bei der Koordination der verschiedenen Punkte und im wertschätzenden Umgang mit den Mitarbeiter_innen, Kunden und Vertragspartnern. Der ethische und religiöse Blick auf verschiedene Themen bildet die Grundlage für Planung von Angeboten.

Was möchten Sie jungen Theologinnen und Theologen mit auf den Weg geben?

Ich hoffe, dass sich die jungen Theolog_innen nicht von den vielen Diskussionen in und um die Kirche verunsichern lassen. Die christliche Botschaft ist auch heute noch aktuell und wichtig. Ich möchte die jungen Theolog_innen ermutigen, sich für diese Botschaft zu engagieren, einzutreten, Rede und Antwort zu stehen und so der Kirche von heute ein Gesicht zu geben.

Was ist die drängendste theologische Frage unserer Zeit?

Für mich scheint die drängendste Frage zu sein, wie wir es als Kirche und Theolog_innen schaffen, wieder die Kernbotschaft unseres Glaubens in den Mittelpunkt zu stellen, und nicht an Fragen der Struktur, dem Blick zurück und an den negativen Seiten des Lebens hängen zu bleiben. Kirche und Theologie müssen daher wieder sprachfähiger werden.

Was darf auf keiner Reise fehlen?

Ein gutes Buch.

Bei welcher Musik machen Sie das Radio lauter?

Ganz unterschiedlich, je nach Stimmung und Verfassung.

Sie nehmen vier Bücher auf die sprichwörtliche einsame Insel mit. Welche wären das?

Buchtitel: Illuminati Die Hausordnung des Himmels Breaking News Die Bibel
Autor: Dan Brown Bernhard Maier Frank Schätzing

 

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